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1. Was ist Mediation?

Qua Definition ist die Mediation ein

"freiwilliges Verfahren, in dem die Beteiligten mit Hilfe eines neutralen Dritten gemeinsam miteinander Entscheidungen treffen. Diese Entscheidungen beruhen auf dem Verstndnis, das die Parteien von sich selbst, von dem anderen sowie von der Realitt haben, der sie gegenberstehen." (H.S.)

Mediation ist ein strukturiertes Verfahren, das auf die

- Freiwilligkeit
- Eigenverantwortlichkeit
- Informiertheit

der Beteiligten setzt.
Hinzu kommen die garantierte Neutralitt der Mediatorin/des Mediators, sowie Vertraulichkeit.

Gerne wird die Mediation als Form "auergerichtlicher Konfliktbeilegung" bezeichnet.
In der Mediation werden psychosoziale und rechtliche Aspekte der Konfliktregelung miteinander verbunden.

Ziel der Mediation ist der Entwurf einer Vereinbarung ber die regelungsbedrftigen Punkte. Eine Rechtsberatung erfolgt im Rahmen der Mediation nicht. Wer sich fr eine Mediation entscheidet, sollte daher neben der Mediation im Zweifel eine/n Rechtsanwltin/Rechtsanwalt beauftragen, um auch die Bereiche der Parteilichkeit abzudecken. Zudem ist anzuraten, dass die in der Mediation entwickelte Vereinbarung, bevor sie von den Beteiligten unterzeichnet wird, von dieser/m rechtlich und parteilich berprft wird. Sollten sie noch keine/n Anwltin/Anwalt haben, kann ihr/e Mediator/in Ihnen in aller Regel eine/n nennen, die/der mit dem Ablauf und den Bedrfnissen einer Mediation vertraut ist und dieses Anliegen untersttzen wird.

Um den Erfolg einer Mediation nicht von Anfang an zu gefhrden, werden in der Regel bereits anhngige Gerichtsverfahren ausgesetzt; eine Regelung dafr sieht auch die ZPO vor, ohne dass den Beteiligten daraus Nachteile erwachsen.

Im Rahmen der einzelnen Sitzungen werden zunchst die "Themen" gesammelt, die die Beteiligten fr regelungsbedrftig halten. Sodann wird an jedem einzelnen Thema so lange "gearbeitet", bis eine fr alle Beteiligten tragbare und gute Lsung gefunden wurde. Sind alle "Punkte abgearbeitet", werden die gefundenen Lsungen in einer Abschluvereinbarung festgehalten, die eine Form von Selbstverpflichtung sein kann, welche Dinge als nchstes zu tun sind. Mit diesem Entwurf gehen die Parteien in aller Regel dann zu ihrer/m Anwltin/Anwalt, die/der sich die Vereinbarungen nunmehr unter rechtlichen Gesichtspunkten und nur im Sinne seines Mandanten ansehen und berprfen wird. Erst, wenn alle Parteien auch nach der rechtlichen Prfung das Gefhl haben, eine gute Lsung gefunden zu haben, kehren sie zur Unterzeichnung der Vereinbarung zurck in die Mediation. Je nachdem, um welche Form oder Art von Vereinbarung es sich handelt, kann auch eine notarielle Beurkundung o.. in Betracht kommen.



2. Warum Mediation?

In den letzten Jahren hrt und liest man verstrkt von einer "neuen" Form der Konfliktbeilegung, der Mediation. Die Mediation jedoch ist keineswegs neu; nur, dass ihr hierzulande mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, ist eine recht neue Entwicklung.
Diese hat unter anderem damit zu tun, dass die Gerichte zunehmend ber "berlastung" klagen, sie unter einer wahren Prozessflut arbeits- und handlungsunfhig zu werden drohen. Es liegt aber vor allem auch daran, dass immer mehr Menschen fr sich die Entscheidung treffen, ihre Konflikte anders lsen zu wollen als mit dem Ruf nach dem Gesetz.

Mediation wurde bereits im 14. Jahrhundert angewandt und als solche bezeichnet. In diversen Friedensverhandlungen bei/nach Kriegen wurden begleitend Mediationen durchgefhrt, bei der Abschaffung der Apartheid in Sdafrika waren Mediatoren ebenso beteiligt wie auch bei vielen Grobauprojekten (wie z. B. Flughafenbau), wo seit Jahren erfolgreich die Mediation eingesetzt wird, um die verschiedenen Interessen von z.B. Betreibern, Anwohnern, Naturschutz etc. angemessen bercksichtigt zu wissen.

Nachdem die Mediation anfangs in den USA und auch in Europa seit den 70er Jahren vor allem im Bereich der Trennungs- und Scheidungsregelung angewandt wurde, mithin im Familienrecht, hat man inzwischen bemerkt, dass sie weit vielfltiger "einsetzbar" ist;
In Betrieben bei Konflikten am Arbeitsplatz zwischen Kollegen oder auch mit Vorgesetzten, bei Nachbarschaftskonflikten, im Bereich der Erbregelungen oder Betriebsnachfolge, im Bauproze, bei Firmengrndungen, im Strafrecht - insbesondere fr den sogenannten Tter-Opfer-Ausgleich- und, und, und.
Immer dann also, wenn ein Konflikt oder ein Problem auf eine Art und Weise gelst werden soll, die nicht einen Gewinner und einen Verlierer hervorbringen soll, ist die Mediation eine gute Alternative.
Denn Mediation ist ein Verfahren, das auf eine "Win-Win-Situation" ausgerichtet ist; beide Seiten sollen von ihr profitieren, keiner das Gefhl haben mssen, eine "Krte zu schlucken" oder um sein "Recht" gebracht worden zu sein.

Zudem darf nicht vergessen werden, dass ein gerichtliches Verfahren viel Zeit - mitunter Jahre -, Geld und vor allem Nerven kostet!

3. Konfliktlsung

Zum Einen lsen die Menschen, die ihre Probleme mit einer Mediation angehen, ihre Konflikte selbstndig und eigenverantwortlich, und bekommen nicht von einem Gericht eine vermeintlich "gerechte" Lsung prsentiert. So erarbeiten sich die Klienten gemeinsam einen Weg, den sie dann auch hinterher gemeinsam gehen knnen. Da dies besonders wichtig ist bei Konflikten, nach denen man sich nicht einfach aus dem Weg gehen kann, wurde die Mediation anfangs vorzugsweise in Fllen von Trennung und Scheidung, fr Kindesumgangs- und Unterhaltsregelungen angewandt, denn die Eltern bleiben auch nach einer Trennung Eltern und haben die gerichtliche Auseinandersetzung oftmals als unbefriedigend oder gar erst richtig eskalierend empfunden, nach der sie erst recht nicht mehr miteinander reden konnten.

4. Kosten

Die Kosten einer Mediation sind pauschal so zu bezeichnen, dass je hher der Streitwert ist bzw. im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung wre, die Mediation umso kostengnstiger ins Gewicht fllt.
In der Regel wird die Mediation stunden- oder sitzungsweise abgerechnet, wobei zwischen vier und zehn Sitzungen meist ausreichen, die zwischen ein und drei Stunden dauern, in Einzelfllen auch lnger.
Bezahlt werden die Sitzungen von den Beteiligten gemeinsam, also im Idealfall hlftig, so dass eine weitere Kostenreduktion im Gegensatz zu einer Lsung eintritt, wo jede Seite ihre/n RA/in hat und bezahlen muss oder gar noch Gerichtsgebhren und ggf. die Kosten des Gegners bei Unterliegen.

Die BRAK (Bundesrechtsanwaltskammer) pldiert darber hinaus deutlich dafr, neben der seit Jahren eingefhrten Prozesskostenhilfe auch eine Mediationskostenhilfe einzufhren, denn der Brger, der seinen Konflikt nicht mithilfe des Gerichts zu lsen suche, erspare dem Staat letztlich viel Geld.

In der (nur noch bis Ende Juni 2004 geltenden) BRAGO (Gebhrenordnung fr Rechtsanwlte) finden sich noch keine Gebhrentatbestnde fr eine Mediation.

Mit 34 RVG (Inkrafttreten am 01.07.2004) ist die Mediation erstmals in der Gebhrenordnung fr Rechtsanwlte vorgesehen; ein weiteres Zeichen dafr, dass ihr in absehbarer Zeit eine vernderte Bedeutung zukommen wird.

Auch diverse Rechtsschutzversicherer bernehmen im Rahmen bestehender Rechtsschutzpolicen bereits die Kosten einer Mediation (ob dies bei ihrer RSV der Fall ist, erfragen Sie bitte persnlich oder durch einen Blick in Ihre Unterlagen).

Fr die Mediation wird eine Honorarvereinbarung getroffen. Diese wird unterschiedlich ausfallen, je nach dem, um welche Art von Konflikt es sich handelt, wie viele Beteiligte es gibt und wie umfangreich und/oder kompliziert die Arbeit ist. Auch Pauschalen sind - vor allem in Fllen betrieblicher Mediation, wo oftmals ganztgig an dem Konflikt gearbeitet wird - durchaus blich. Erkundigen Sie sich anhand Ihrer eigenen Situation, welche Kosten Sie zu erwarten haben.

Und auch, wenn in Ihrem Fall nicht allein aus finanziellen Aspekten heraus die Mediation die erste Wahl ist; die weiteren Vorteile der Mediation, wie dauerhafte, tragfhige Lsungen, Konfliktbeilegung, wieder mglicher Umgang miteinander, keine strapazierende und zeitaufwendige Gerichtsverhandlung etc. sprechen ebenfalls fr sich.

5. Wirtschaftsmediation

Die Vielfltigkeit der Mediation umfasst auch die Konfliktlsung in der Wirtschaft. Hierzu zhlen Konflikte mit Kunden, Lieferanten und Verbrauchern, als auch Konflikte zwischen Mitarbeitern, zwischen Teams und zwischen Abteilungen.
Weiterhin setzt sich die Mediation mit den Fragen der Haftung und Gewhrleistung (z.B. Herstellerhaftung, Arzthaftung, Baumngelhaftung, Umweltfragen) auseinander. Neben Auseinandersetzungen im Bereich des Gewerblichen Rechtsschutzes (Urheberrecht, Patente) lst die Mediation daneben Konflikte in Familienunternehmen, Fragen der Unternehmensnachfolge, Gesellschafterkonflikte, Tarifkonflikte, das Aushandeln von Regelungen zwischen Interessenvertretungen und Unternehmensleitung in Umstrukturierungsprozessen und zuletzt Konflikte zwischen Unternehmen und der ffentlichkeit (z.B. Bauvorhaben, Umweltkonflikte).

Ob bei Konflikten zwischen Kollegen oder mit Vorgesetzten, in Fllen von Mobbing oder betrieblichen Umstrukturierungen, Firmenbernahmen oder sonstigen Vernderungen; die Mediation kann ein Mittel sein, die Probleme in den Griff zu bekommen. In New York haben inzwischen ber 600 groe Firmen eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, nach der sie bei Konflikten untereinander zunchst stets den Weg ber den auergerichtlichen Lsungsweg versuchen werden. Alleine 52 % der US-Unternehmen haben bereits bei eine Mediation in Anspruch genommen - ber 80 % davon waren mit dieser Form der Konfliktlsung zufrieden und gaben an, es bei neuen Problemen erneut zu tun (so eine Studie, die von Bill Clinton in Auftrag gegeben wurde).

Zum Thema Mobbing vergl. Das Urteil des thr. LArbG vom 10.04.2000 - AZ 5 Sa 403/2000.

6. Was spricht fr eine betriebliche Mediation?

Jhrliche Verluste durch unmotivierte, frustrierte Mitarbeiter knnen einem Betrieb viel Schaden verursachen. Fehlzeiten, weil unzufriedene oder gemobbte Mitarbeiter fter krank werden, summieren sich ber das Jahr gerechnet zu weiteren Verlusten, die gerade kleinere und mittlere Betriebe sich nicht (lange) leisten knnen. Zudem dienen optimale, lang andauernde Lsungen nicht nur der allgemeinen "Stimmung" in der Firma, sondern auch der Imagepflege und der Erhhung der Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Eine aktivere Gestaltung und damit einhergehend eine Verbesserung der kommunikativen Kompetenz erhhen daneben auch noch das Selbstvertrauen des Einzelnen, so dass zuknftige Konflikte von vornherein anders angegangen werden (knnen).
Es besteht darber hinaus auch die Mglichkeit, innerbetriebliche Konfliktlotsen auszubilden, die bei zuknftigen Konflikten ebenfalls dann zur Stelle sind.

7. Beratende Berufe / Dienstleister /Heilberufe

Auch hier kann eine Mediation helfen, wenn sich zwischen

- Handwerkern und Kunden
- Steuerberatern und Kunden
- Rechtsanwlten und Mandanten
- rzten und Patienten

oder in hnlichen Konstellationen

Konflikte aufgetan haben, die in der Lage sind, eine an sich gute und zum Teil ber Jahre gewachsene Beziehung nachhaltig zu stren oder gar zu zerstren. Gerade in solchen Fllen, wo es um ein gutes, Vertrauen bentigendes Verhltnis geht, das nicht "auf die Schnelle" durch ein anderes zu ersetzen ist, knnen beide Seiten davon profitieren, eine beziehungserhaltende Konfliktlsung anzustreben und zu erarbeiten.

Vertraulichkeit wird hier ebenso zugesichert wie in allen anderen Bereichen!


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